Wie Lightroom im LAN läuft – und in einer VM unter Linux

Lightroom 5 unter Linux (Arch/Manjaro) und einem aus dem LAN geladenen Katalog.

Lightroom (Classic) ist ein feines Stück Software von Adobe zur Verwaltung und Bearbeitung von Bildern. Ich habe immer noch LR 5.7.1 im Einsatz und um alle Mietversionen bisher einen großen Bogen gemacht. LR läuft hier auf zwei Windows-Rechnern, die auf die gleiche Datenbasis mit ~75.000 Bildern (und ein paar Videos) zugreifen. Die liegt auf einem schicken, kleinen HP-Server, der unter Ubuntu betrieben wird.

Ja, genau – Lightroom spielt im Netzwerk mit. Geht nicht? Geht doch.

Allerdings muss man da etwas tiefer in die Trickkiste greifen. Weder akzeptiert LR einen unmittelbaren Netzwerkzugriff auf seinen Katalog (also seine Bilddatenbank) in einem UNC-Pfad1)Was ist UNC?, noch kann man ihm ein Netzlaufwerk mit Buchstaben vorwerfen. Allerdings kann man ihm mit einem uralten Befehl aus grauen DOS-Zeiten doch eine Netzwerk-Resource unterjubeln. Das angejahrte Zauberwort heißt subst.

Das ganze basiert auf einer Batchdatei (bat oder cmd), in der per subst eine Netzwerk-Resource einem freien Laufwerksbuchstaben zugewiesen wird. Das geschieht nach folgendem Muster:

subst B: \SERVERNAME (oder IP)\ORDNER MIT LR-KATALOG

Wo die Batchdatei liegt, ist eigentlich wurscht. Hauptsache, man kann sie beim Systemstart automatisch aufrufen. Ich habe einfach eine Verknüpfung zu subst-B-LR.cmd in den Startup-Ordner gepackt.

Wer so alt ist wie ich, erinnert sich: Der Laufwerksbuchstabe B: war früher einmal (wie A:) für Diskettenlaufwerke reserviert. Disketten, das waren – ach, ich schweife ab… Jedenfalls wird B: von Windows normalerweise nicht vergeben.

Im Explorer taucht das frisch gemappte Laufwerk B: als »Nichtverbundenes Netzlaufwerk« auf. Das ist aber nur eine kosmetische Macke. Tatsächlich funktioniert der Zugriff auf die Daten reibungslos. Lightroom hat jedenfalls nichts zu meckern und öffnet brav den Katalog von B:.

Sehr schön. ;)

Ob es Sinn macht, den Katalog im Netz zu parken, ist eine andere Frage. Allerdings spricht einiges dafür, da mehrere Clients – zeitversetzt, versteht sich –  auf dieselbe Datenbasis und denselben Katalog zugreifen können. So spart man sich den heiklen Weg durch die Synchronisierungswildnis, in der viele Gefahren lauern.

Der hier geschilderte Weg ist auch nicht zur Kollaboration in einer Arbeitsgruppe gedacht, sondern als Lösung für, zum Beispiel, Leute mit mehreren Workstations oder einem PC und einem Laptop, mit dem sie im Haus mal hier, mal da sitzen. Ein schnelles LAN ist allemal die Voraussetzung für Lightroom im Netzwerk. Hier funktioniert das seit etlichen Monaten klaglos.

Lightroom läuft auch unter Linux

Für Linux-Nutzer, die mit Darktable oder Digikam nicht so recht warm werden, habe ich gleich zwei gute Nachrichten. Lightroom macht auch in einer virtuellen Maschine seinen Job. Und: Die oben beschriebene Lösung mit subst klappt auch aus der VM heraus. Habe ich heute durchexerziert. Hier mal der grobe Ablauf.

Dazu baut man sich mit Virtualbox eine VM, zum Beispiel mit Windows 7, installiert Lightroom und alle Tools, die man dort gerne hätte – Plugins, Export-Presets, die Nik-Collection… Dann legt man einen Link zur auf dem Server freigegebenen Datenablage2)wird hier per cifs in der fstab gemounted in den Austauschordner3)Der wird in den Eigenschaften der VM von Virtualbox erstellt. von Host (Linux) und Gast (Windows). Dann geht das Spielchen mit subst in der Batch unter »Windows 7« wieder los, und man nimmt als Ziel die eben angelegte Verknüpfung.

Et voilà! Lightroom öffnet aus der unter Linux emulierten Windows-7-Maschine einen Katalog aus dem lokalen Netzwerk, der auf einem Ubuntu-Server liegt.4)Ich würde diese etwas wilde Konstruktion nicht für den Alltagsgebrauch empfehlen. Ich hab’s nur gemacht, um zu sehen, ob es geht. Lightroom in einer VM mit lokalem Katalog hingegen sollte aber kein Problem darstellen.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. :)


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Anmerkungen   [ + ]

1. Was ist UNC?
2. wird hier per cifs in der fstab gemounted
3. Der wird in den Eigenschaften der VM von Virtualbox erstellt.
4. Ich würde diese etwas wilde Konstruktion nicht für den Alltagsgebrauch empfehlen. Ich hab’s nur gemacht, um zu sehen, ob es geht. Lightroom in einer VM mit lokalem Katalog hingegen sollte aber kein Problem darstellen.

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